Frontalunterricht – längst Geschichte oder noch immer aktuell?

Freitag, 30. November 2018 - Digitalisierung im Bildungsbereich

Nov 30

In Zeiten der Einführung von interaktiven Tafeln und Tablets im Unterricht sowie der vielen neuen pädagogischen Ansätze mögen manche glauben, der sogenannte „Frontalunterricht“ sei längst für immer aus den Klassenzimmern verschwunden – falsch gedacht.

Frontalunterricht: moderieren statt referieren

Der so negativ behaftete Begriff „Frontalunterricht“ ist tatsächlich nach wie vor ein wichtiger Bestandteil in der Schulwelt. Dabei muss das nichts mit der Vorstellung eines Frontalunterrichts von vor 100 Jahren zu tun haben. Dass der Lehrer ausschließlich lange Monologe hält und bei Bedarf den Rohrstock hervor zieht, sollte ganz und gar der Vergangenheit angehören. Trotzdem gingen die Trends in der Vergangenheit immer wieder weg von der Vorstellung eines lehrergeführten, hin zum individualisierten, selbstständigen Unterricht.

Frontalunterricht Illustration

Schüler können gestaffelt nach Leistungsstärke selbstständig Aufgaben erarbeiten, die Lehrkraft hat in dieser Zeit die Möglichkeit, den schwächeren Schülern Hilfestellung zu geben. So bleibt keiner auf der Strecke und jeder kann für sich in seinem eigenen Lerntempo arbeiten.

Grundsätzlich sind die Lehr- bzw. Lernmethoden, die angewendet werden, immer stark abhängig sowohl von der Klassenstruktur als auch von der Lehrkraft. Ein effizientes, individuelles Lernen kann nur dann stattfinden, wenn die Klassengemeinschaft auch in der Lage ist, selbstständig zu lernen. Ansonsten bricht gnadenloses Chaos aus und das hat dann mit effizientem Lernen nur noch wenig zu tun. Aber auch ein gelungener Frontalunterricht, bei dem die Lehrkraft nicht nur referiert, sondern moderiert, ist ganz von dieser selbst abhängig. Im Endeffekt kommt es aber darauf an, wie das Verhältnis zwischen Lehrkraft und Schülern ist, wieviel Respekt und Vertrauen sie sich gegenseitig entgegenbringen und inwiefern sie miteinander harmonieren.

Komplementäre Elemente kombinieren und Mehrwert schaffen

Nach wie vor ist der Frontalunterricht noch immer ein wichtiges Element eines gelungenen Unterrichts. Die Kombination der Elemente ist entscheidend. An der einen Stelle können Schüler eigenständig nach ihrem eigenen Leistungsstand Aufgaben bearbeiten und sich untereinander austauschen, an der anderen Stelle können die Ergebnisse unter Leitung der Lehrkraft besprochen und weitergeführt werden. Dieser Teil des Unterrichts ist für leistungsschwache Schüler besonders wichtig, da die Lehrkraft hier direkt auf auftauchende Fragen eingehen und bei Bedarf Wissen ergänzen kann.

Illustration Frontalunterricht digitale Medien

 

So weit, so gut – Welche Rolle nehmen heute digitale Medien in den Klassenräumen ein? Neue digitale Medien wie Tablets oder Smartboards im Unterricht sollen nichts an der Unterrichtsstruktur selbst verändern. Die Art und Weise wie sie in den Unterrichtsablauf eingebunden werden, ist entscheidend. Der Unterricht kann durch die Verwendung digitaler Medien interaktiver werden, was nicht heißen soll, dass jedes Kind nur noch vor dem Tablet hängt und daran Aufgaben löst. Es gilt, genau diese Herausforderung zu meistern und digitale Medien effizient in den Unterricht einzubinden.

In unserer Rubrik „Auf ein Wort“ beleuchten wir Worte und Ausdrücke, die sich im Bildungswesen wiederfinden. Nach genauerer Betrachtung wollen wir euch, unseren Lesern, neue Erkenntnisse und neues Wissen mitteilen, mit dem ihr jederzeit in den Diskurs „auf ein Wort“ gehen können. Viel Spaß!

Simone Keil

Simone ist unsere Stimmungskanone und sorgt dafür, dass jede Schule und jede Lehrkraft schon einmal von TEGO.CLASS gehört hat. Sie hat Medienmanagement (B. A.) und Betriebswirtschaft mit dem Schwerpunkt Marketing (M. A.) studiert.

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