Weniger Stress im Lehralltag – so gehts!

Montag, 08. April 2019 - Digitalisierung im Bildungsbereich

Apr 08

Freitagnachmittag, stickige Luft, die Schulklasse quengelt und wartet ungeduldig auf den Gong, der das Wochenende einläutet. Vor der Tafel steht die erschöpfte Lehrkraft und versucht Ruhe, Motivation und Lehrinhalte zu vermitteln. Vergeblich.

Diese Situation aus dem Schulalltag einer Lehrkraft beschreibt die erschwerenden Arbeitsbedingungen, mit denen Lehrer mitunter zu kämpfen haben. Es ist wenig verwunderlich, dass Lehrkräfte zu den am meisten gestressten Berufsgruppen zählen, gefolgt von Beschäftigten aus dem Handel und Transportwesen. [1] Der Mangel einer klaren Struktur von Arbeitszeit und Freizeit sowie die ständig erwartete Erreichbarkeit begünstigen eine hohe Anfälligkeit für Burn-outs. [2]

Um Stress zu bewältigen, ist es sinnvoll, Stress und seine Ursachen zu verstehen. Wir erläutern im Folgenden, was Stress ist und wie er entsteht, welche Stressauslöser es in deinem Lehreralltag  gibt und geben dir Tipps, wie du ihn vermeiden und damit umgehen kannst.

weniger Stress im Lehralltag Lehrer gestresst - illustriert von TEGO.CLASS

Stress ist nicht immer negativ!

Stress ist die unspezifische Reaktion des Organismus auf jede Art von Anforderung.

Diese Anforderungen sind meist durch Druck, Zwang, Gefahren oder besondere Belastungen gekennzeichnet. Wie wir auf Stress reagieren, ist allerdings individuell unterschiedlich und abhängig von der Situation. Er zeigt sich in unseren Gedanken, Gefühlen, auf körperlicher Ebene und im Verhalten. [3] Das Ergebnis ist meist eines der drei Fs: Fight, Flight oder Freeze. [4]

weniger Stress mit TEGO.CLASS positiver Stress
Die effizienteste Arbeitsleistung wird im hier gelb markierten Bereich erreicht, wenn das Stress-Level weder zu hoch noch zu niedrig ist.

Wie erleben wir eine Situation und wie bewerten wir diese? Stress ist nicht grundsätzlich schlecht. Er hat auch eine belebende, aktivierende Wirkung, die uns vorantreibt. Viele Situationen können sowohl positiv als auch negativ bewertet werden.

Ein einfaches Beispiel aus dem Lehralltag ist die flexible Arbeitszeit: Sie kann als positiv wahrgenommen werden, da wir freier darin sind, wie wir uns unsere Zeit einteilen oder als negativ, wenn sich eine Dauerbelastung daraus entwickelt, da Pausen und Feierabend nicht fest definiert sind.

Wie auch immer wir Anforderungen in Qualität und Quantität bewerten, kann das Wissen und Bewusstsein um die Stressoren uns helfen, Probleme anzugehen. Hierbei gibt es zwei grundsätzliche Strategien: die problemzentrierten und emotionszentrierten Strategien. So können zum einen Stresssituationen verhindert werden oder aber, wenn man sich schon in einer stressigen Situation befindet, die Interpretation dieser gelenkt werden, sodass man z.B. die Chancen in den Herausforderungen sieht. [5]

Stress im Lehreralltag

Damit zunächst genug der Theorie und mehr zur Praxis. Welche Aspekte sind gerade im Lehreralltag besonders häufig Stressauslöser? Die Stressoren lassen sich in mehrere Gruppen unterteilen. [6] Das Zusammenspiel dieser Faktoren und die unterschiedliche Relevanz und Häufigkeit ergeben individuelle Stresssituationen.

Arbeitsaufgabe

Offensichtlichster Stressor ist sicherlich die hohe Arbeitsintensität in Zeiten, in denen viele Klausuren korrigiert und Elternsprechtage vorbereitet werden müssen. Außerdem kann die Vielzahl an sozialen Kontakten zu Schülern, Eltern und Kollegen stressig sein. [7] Schwierig wird es außerdem, wenn die Kommunikation und Interaktion belastend ist. Unmotivierte, schwierige Schüler und garstige Eltern erfordern Geduld. [8] Ein weiterer Aspekt sind berufsfremde oder ungewohnte Arbeiten. Reformen, wachsende Aufgabenbereiche oder unliebsame Aufgaben wie administrative Dokumentationspflichten können die Motivation mindern und zu Stress führen.

Arbeitszeit

Ein bereits angesprochener Aspekt ist die Arbeitszeit. Keine klar definierten freien Zeiten und störungsfreien Pausen führen zu einer andauernden Belastung oder zum Burn-Out. Untypische Arbeitszeiten, wie Korrekturen spät in der Nacht und die dauerhafte Erreichbarkeit, die teilweise von Eltern erwartet wird, führt außerdem dazu, dass Lehrkräfte schwer abschalten können.

Führung, Organisation und technische Faktoren

Weitere Stressoren ergeben sich aus den Umständen am Arbeitsplatz. Gibt es Probleme mit den Vorgesetzten oder ein starkes Konkurrenzverhalten im Kollegium? Funktioniert die Technik? Wie sind die räumlichen Bedingungen? Vor allem schlecht gelüftete und beleuchtete Räume und stetiger Lärm im Klassenzimmer stellen eine Belastung dar.

Persönliche Faktoren

Hinzu kommen die persönlichen Kompetenzen. Welche Erfahrung und Fähigkeiten kann man stressigen Situationen entgegensetzen? Wie steht es um das eigene Zeit- und Selbstmanagement, Belastbarkeit, Disziplin und die eigene und fremde Erwartungshaltung? Ist ein soziales Umfeld vorhanden, welches fachlichen und emotionalen Austausch ermöglicht und Anerkennung gibt?

Vier Tipps um mit Stress umzugehen

1. Ressourcen nutzen

weniger Stress mit TEGO.CLASS Stressoren und Ressourcen

Um Stressoren auszugleichen, kann man ihnen Ressourcen gegenüberstellen, wie bei dem Stressmodell nach Lazarus. Auch Ressourcen können in unterschiedliche Kategorien unterteilt werden, je nachdem, wie sie wirken. Unsere physischen Ressourcen sind unsere Gesundheit und körperliche Fitness, sowie Entspannung und Pausen. Intellektuelle Ressourcen beziehen sich darauf, dass wir den Sinn in unserer Tätigkeit sehen und Wissen, Fähigkeiten und Erfahrungen vorweisen können. Durch Unterstützung aus unserem Umfeld und Austausch mit Freunden und Kollegen können wir unsere sozialen Ressourcen aktivieren. Hinzu kommen noch unsere psychischen Voraussetzungen, z.B. das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und Motivation durch vergangene Erfolge.

Welche Ressource in einer bestimmten Situation am besten wirken kann, muss auch individuell ausprobiert werden. Vor allem wie die Qualität der Ressourcen einzuschätzen ist, ist wichtig, um die richtigen in der richtigen Situation einsetzen zu können.

2. WOOP für gelassenes Handeln

Eine andere Möglichkeit Stresssituationen anzugehen ist die Technik WOOP, die sich als Acronym aus den Wörtern: Wishes, Outcome, Obstacles, Planning zusammen setzt. [9]

Ziel dieser Herangehensweise ist es, konkrete Handlungspläne zu erstellen für Situationen, die in Zukunft wahrscheinlich Stress auslösen könnten. Ein Handlungsplan könnte so aussehen:

weniger Stress mit TEGO.CLASS WOOP-Technik

„Wenn ich unter Zeitdruck gerate, weil noch viele Klausuren zu korrigieren sind, dann setze ich mir eine genaue Frist, bis zu der ich abends arbeite und bearbeite jede Klausur nur einmal, aber dafür ausführlich, um effizienter zu sein.“

3. Kompetenzen stärken

Ergänzend werden für Lehrkräfte oft berufsbegleitende Weiterbildungen zur Kompetenzstärkung angeboten. Die Angebote können mit bestimmten Schwerpunkten z.B. als Wochenendkompaktkurs oder über einige Wochen als Abendkurs belegt werden. Typische Themen, zu denen Kurse angeboten werden und die beim Stressmanagement helfen können sind Förderung des Klassenmanagements, Ärger-Management, Work-Life-Balance, Elternarbeit, Führung schwieriger Klassen oder Zeitmanagement. [10]

4. TEGO.CLASS für mehr Effizienz

Ein konkretes Hilfsmittel können wir dir mit TEGO.CLASS an die Hand geben. Unsere Anwendung kann zum einen deine Ausgangssituation verbessern und Stress so schon vorbeugen und stellt außerdem eine ergänzende Ressource für dich dar. Mit TEGO.CLASS kannst du deinen Unterricht planen, Fehlzeiten und Noten dokumentieren und diese einfach für Elternsprechtage oder Zeugniskonferenzen auswerten.

PLANUNG: Durch die Planungstools von TEGO.CLASS kannst du durch bessere Selbstorganisation Stresssituationen vermeiden. Unterrichts- und Prüfungsplanung sowie die Checklisten können dich bei deiner Organisation unterstützen.

DOKUMENTATION: Die Dokumentation von Fehlzeiten, Entschuldigungen, mündlichen und schriftlichen Noten und Hausaufgaben geht mit TEGO.CLASS schnell und unkompliziert. Du sparst dir die Frustration ewig in deinen Zettelbergen etwas zu suchen und hast alles griffbereit. Auch das gemeinsame Arbeiten mit deinen Kollegen in der Anwendung macht dich effizienter und du hast mehr Kapazitäten frei, für andere Arbeitsbereiche, die mehr Spaß machen oder Freizeit zum Entspannen.

AUSWERTUNG: Auch durch die Auswertungen in TEGO.CLASS gewinnst du Zeit und sparst Nerven, da Auswertungen und Graphen automatisch für dich erstellt werden und du nicht selbst rechnen musst. Mit automatischen Noten aus Punktzahlen, Durchschnittsnoten und Fehlzeitenquoten bist du immer stressfrei für Elternsprechtage und Zeugniskonferenzen vorbereitet.

Prüfungsauswertung in TEGO.CLASS

Wir hoffen, dass wir dir einige Werkzeuge bereitstellen konnten, mit denen du zum einen deinen Stress besser erkennst und kennenlernst und auch Wege weißt ihn zu vermindern und richtig anzugehen!

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Welche Strategien helfen dir mit Stress umzugehen? Wir freuen uns auf deinen Kommentar!

Christina Dyck

Christina ist unser kreativer Kopf im Büro. Sie hat Mediendesign studiert (B.A) und anschließend absolvierte Sie ihren Master of Arts in Gestaltung mit den Schwerpunkten Kommunikationsdesign und Grafikdesign.

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